Beflügelt

Tag am Meer

Tag am Meer (Fanta 4)

Am Golfo dei Poeti, am Fiascherino Beach, liege ich (indirekt) in der Sonne.
Nichts tun. Nur schauen.

Leuchtturm-Mammas wacken, während sie niemals ihre Kücken aus den Augen verlieren, im seichten Wasser ihre Füße. Matteo gibt als Bauaufsicht Weisungen an den Vater, der gekrümmten Rückens, insgeheim grübelnd wie er wohl für diesen Job bezahlt wird, den Anordnungen Folge leistend eine Sandburg errichtet.
Wenn die Haut eine ungenehm hohe Temperatur aufzieht im Grasgrün des Mittelmeers abkühlen. Lauschen, wie die Brandung am Flach des Strandes in kurzen Wellen abebbt und Geräusche verschluckt.

Das Meer zieht meinem Gedanken-Karussell den Stecker und Restüberlegungen, ob ich ein Labor kontrollieren vergessen, alle Patienten, die zu kontaktieren waren kontaktiert und alle Briefe geschrieben habe, verabschieden sich auf die Segelboote, die gemächlich an der Bucht vorbei gleiten. Es gibt nur eine Sache, die ich auf kein Boot verbannen kann. Der Versuch es auf den Galapagos Inseln zurückzulassen, war schließlich auch gescheitert.

Ich wundere mich mehr über die Farbe des Meeres (man lese bei Interesse hier weiter) , das mal bei näherer Beobachtung grün, vom Strand betrachtet blau und aus der Höhe ansichtig geworden hellblau erstrahlt, bevor es im Sonnenuntergang ein paar Funken pink mitnimmt um sich in Dunkelheit zu hüllen. Gedankenverloren schlecke ich ab und an heimlich das Salz von meinem Arm. (Salz auf unserer Haut von Benoîte Groult ist übrigens ein 80er Jahre Erotikroman, da Verlage häufig in der Auswahl der Umschlaggestaltung an Geschmacksverwirrung erkranken, rate ich dazu das Buch in der Neuauflage nicht am Umschlag zu bewerten)

Ich sitze mittlerweile an einem offenen bodentiefen Fenster mit Aussicht auf das sich schlafenlegende Meer. Ich bin allein im Gastraum des bezaubernden Il Fico. Dann doch wieder nicht so allein, ein kleiner Stern strahlt einsam am Himmel, der noch gar nicht so bereit ist für die Nacht. Der Stern ist wohl auch ein Stets-zu-früh-kommer. Die anderen polieren ihre Spitzen, quatschen über letzte Nacht, als einer von ihnen die Nase voll hatte und sich ver-schnuppte.

Mir werden die besten frischen Anchovis mit groben Meersalz und ein Shrimps- Tartar mit Burrata an einer Honig-Limetten Vinaigrette serviert.
Im Hintergrund laufen diverse Coverversionen so mancher guilty pleasures (Hit me baby one more time, Halo) aber auch solcher, die nicht gecovert werden können (Hozier Take Me to Church, Tom Petty Free Falling).

(Mein Stern hat Verstärkung bekommen, der aber wohl Leuchtprobleme oder noch nicht den richtigen Modus gefunden hat. Nach und nach gesellen sich andere Lampions dazu…)

Nach einem typisch italienischem Frühstück; das Buffet bot eine verzweifelte Auswahl an blassem Brot und noch blasserer Butter, bestehend aus einem Croissant und einem Stück Melone und dem Luxus eines Cappuccino von der Theke (und nicht aus dem Automaten), einem ausgefallenem Lunch, war das ungeplante Dinner mit Aussicht den Hunger Wert.

PS: es gibt nur eine (!) wahre Version von Somewhere Over the Rainbow: Israel Kamakawiwoʻole

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