Entfaltet

Trag mich… nicht

Du verdienst jemanden, der Dich auf Händen trägt

war der Anstoß, der meinem Lebensplan sein Fundament nahm. Ja, ich habe wen verdient, der mich auf Händen trägt. Hm, vielleicht sollte ich, um es ihm einfacher zu machen, paar Kilos abnehmen.
Ich war dumm und naiv. Und unglücklich.
Aber vor allem naiv.

Die Erkenntnis, dass mein Glück mit Nichten von jemand anderen abhängt, ließ auf sich warten. Aber ihr Eintreffen führt zur zweiten Fundament-Erschütterung.

Eines Sommertages im Jahr 2012 beschloss ich keinen Plan mehr zu haben und den vorherigen für ungültig zu erklären.
Aber wie mach ich mich jetzt glücklich?
Logisch, mit einer neuen übereilten strohfeuerartig versengenden Beziehung! Nach 3 Tagen wusste ich, ‘den lieb’ ich’.
Hm neun Monate, dem Kommentar “du flashst nicht mehr, bist doch nicht die Richtige” später, war ich immer noch nicht glücklich.
Was hab ich denn nun schon wieder falsch gemacht? Flashen? Hatte ich behauptet eine Superheldin zu sein?

Das mit dem Getragenwerden wollte nicht klappen.

Also war diese Idee ebenfalls über Board zu werfen beschlossen. Balastfrei fliegt es sich auch viel höher!

Ich kann mit Worten umgehen, ich kann meine Gefühle auf die 3. Dezimalstelle genau artikulieren. Aber zuletzt fiel mir die Artikulation schwer. Ich brauchte Zeit die richtigen Worte zu finden, so lange oft, dass Schweigen als Alternative klüger war als ein tolpatschiges “ah keine Ahnung”.
Geschrieben jedoch konnte ich mich besser erklären, ja sogar nüchterner UND, man halte sich fest, rationaler. Vor 10 Jahren noch habe ich getobt, “Emotionen soll man nicht rational begründen, du (…)!!!!!!!!!!!”
Nun weiß ich aber, endlich, dass es mich nicht unbedingt dem Ziel näher bringt, ihn mit meiner Liebe in die Flucht zu schlagen.

So, jetzt wusste ich endgültig nicht mehr, was ich wollte.
Getragenwerden? Ach nein, ich hab zugenommen. Sicherheit? Wovor?- Biologischer Kriegsführung, Hepatitis, Verkehrsunfälle?

Liebe? Ja!!
Nicht nur geliebt werden sondern auch richtig zu lieben. Ja, es gibt ein falsch lieben. Nämlich, wenn ich eine Idealvorstellung auf mein Gegenüber projiziere in der Annahme, ich sei ein Beamer und er eine leere Leinwand. Au contraire! Wenn mir sein Gemälde nicht gefällt, dann würde ich es auch nicht in den heftigsten Neonfarben meiner Wunschvorstellung anpassen können. Ich werde dieses Gemälde so an die Wand hängen oder es jemand anderem überlassen müssen. Ebenso gilt für mein Gemälde.
Wir haben uns so mühsam zurecht gestaltet und gemalt, poliert und gepflegt, warum sich dann für jemand anderes neu erfinden?

Die letzten Jahre mit mir alleine waren nicht einfach. Ich konnte ja schlecht vor mir selbst davonlaufen, irgendwann konnte ich mir auch nicht mehr vorgaukeln, dass alle Aktionen so prickelnd waren, aber ich habe gelernt, nicht allzu hart mit mir zu Gericht zu gehen bzw ließ das Urteil milde ausfallen.

Ich habe gelernt, dass Liebe nicht immer gut ist, nur weil sie wie eine Donnerwalze über einen rollt, dass sie manchmal nur eine Momentaufnahme ist und diesen Moment kann ich nicht künstlich am Leben erhalten. Ob es dann nie echt war? Es muss reichen, dass es zu dem Zeitpunkt das Paradies war. Ich zu jedem Moment ich selbst. Etwas verpeilt, mit einem übervollem Herzen, das noch nicht Leck geschlagen hat.

Der Prinz kann mich mal und Pferde mag ich nicht

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