Beflügelt

Hyperventilation

Cool zu bleiben ist bekanntlich nicht meine Stärke.

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Gestern beschloss ich mir den Luxus eines Taxis zum Flughafen morgen zu gönnen. Ich ließ eines für 8:30 bestellen, mein Flug geht um 12:30.

Mitten in der Nacht bekomm ich ein mulmiges Gefühl und grüble “hmmmmm, 8:30, wie lang dauert es nochmal bis zum Flughafen. Google fragen. Ahhh, bis zu 90 Minuten. Ich hab ein Shuttle Taxi, heißt, es holt noch andere Leute ab, erm… Hmmm. Gar taucht das Taxi gar nicht auf! Doch lieber den Bus nehmen? Aber ich hab kein Bargeld mehr, wo gibt es hier denn außerhalb der Bank global ATMs?! ”
Ich dachte mich in einen Strudel.
Wie konnte ich mich so schlecht vorbereiten..?

Es war mittlerweile nach Mitternacht. Nur zwei Folgen Criminal Minds konnten mich BISSCHEN ablenken.

Um 0:20 die Entscheidung,” Taxi wird sich schon ausgehen. So jetzt WC und dann endlich schlafen ”
Um 0:30 die Überlegung” na, das geht sich nicht aus, aber wie das Taxi abbestellen? Ich muss mir eine Ausrede überlegen. Oh, und ich muss früher raus.”
Wecker wurde von gemütlich 7:00 auf erschreckend 6:00 reduziert.

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Um 1:00 “die nehmen hier sogar am Würstelstand die Kreditkarte, also ja wohl auch im Bus! Oder doch lieber Geld abheben?”

An Schlaf war nicht zu denken. Also ich hab schon daran GEDACHT, ich hab ja in dieser unglaubliche Mengen an Gedanken über meine Fließbänder laufen lassen.

Irgendwann nach 1:30 hatte ich mich beruhigt, bis mir plötzlich die absurde Frage einschoß, ob ich den Rucksack falsch gepackt hab und damit den Schwerpunkt zu weit nach oben gelegt hab. Ich sah mich schon beim Hügel abwärts gehen nach vorne purzeln oder bei einer zu schnellen Bewegung wie ein abgeschlagener Baum nach hinten fallen.
“oh Buddha, muß ich jetzt den Rucksack neu packen?!”
So also noch mal auf die Toilette.

Gegen 2:00 bin ich eingeschlafen um um 4:00 aufzuschrecken, weil ich dachte, ich hätte verpennt.
“Ok noch zwei Stunden ”
” was tröpfelt da? Oh weh, es regnet!! Neeeeiiiin!! ”
Es hat nicht geregnet, ich sah als erstes um 6:00 aus dem winzigen Badfenster.

Ob ich gut geschlafen hab? Hm, ich glaube, ich hab von Derek Morgan geträumt.

Ich war um 6:20 aus dem Guesthouse, ich hab ihnen eine Nachricht geschrieben, dass ich früher zum Flughafen musste. Anscheinend war der Taxifahrer sehr verwirrt, naja, armer Mensch, mich als Passagier zu haben, ist nicht gerade einfach, wenn ich SO drauf bin!

Um 6:43 saß ich im Bus zum Flughafen und dachte, “ahh ich hätte mir ja noch einen Kaffee holen können” auf einmal wieder sehr souverän…
Hielt aber nicht lange.

(Dauer der Fahrt: 60 Minuten)

Eine Stunde bin ich beim Check in angestanden und hab mich zielsicher wieder mal zur Aushilfskraft hin manövriert .

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Dort bin ich 30 Minuten mal wieder. … gestanden, habe sie dabei beobachtet wie sie ihrer Kollegin fragende Blicke zuwirft, auf ihr Telefon, auf meine Reservierung und wieder zur Kollegin blickt. Meine Augenbrauen mussten in der Zeit auf meiner Stirn vor lauter Verwunderung und Entnervtheit einen wilden Tanz aufgeführt haben, ich hab mir immer wieder aktiv meine Stirnfalten glätten müssen.
Resultat: mein Gepäck ist bis Wien durch gecheckt, ich hab das dreimal überprüft, aber ich nicht.
Der nächste Stress, mich in Paris De Gaulle von Terminal 1 zu Terminal 2D bringen und rechtzeitig noch eincheken.

Mein Nacken ist verspannt.

Und der Tag dauert noch sooooooo lange….

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(NICHT, wenn man in der Zeitzone zurück reist, dann dauert er um sieben Stunden länger…!!)

Zwei Stunden bis Abflug.
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(18:00) Sitz im shuttle zum Terminal D am Charles de Gaulle Irrgarten-Flughafen. Bin erledigt,  verschwitzt und vor lauter joggen ist ein Knopf an meinem Hemd aufgegangen und hat den security Menschen für eine MIKROsekunde eine nette Aussicht beschert.
Merke: zum Fliegen nur T-shirts.

Ich muss noch eincheken.
Heut ist auch nicht mein Tag. Schon erwähnt?

Immer wenn ich denke, ich bin ja so ein megamind, stellt sich heraus, dass ich genau das Gegenteil bin. Eine Nudel.

Mit Präzision hab ich mir dabei, mich selbst zu überlisten indem ich den Haustürschlüssel nicht mitnehme und eventuell, wie schon oft, irgendwo verstreu, sondern ihn im Postkasten lasse und nur den Postkastenschlüssel einpacke, ins Knie geschossen. Der gewiffte Plan hatte einen Riesenhaken, den ich erst über dem Gelben Meer erkannte, so groß war der! “wie komm ich jetzt überhaupt ins Haus??!”
Würde ich bei allen Nachbarn klingeln, bis sie die Polizei holen, weil es ja auch noch kurz vor Mitternacht wäre?
Mit Schlafen war ab dem Moment wieder Essig!

Ich sah mich schon auf den Stufen sitzen, nur wenige Schritte von meinem Bett entfernt. Naja Außenschlaferfahrung würde ich nach einer Nacht am Salzburger Bahnhof ja mitbringen, das nötige Sitzfleisch auch.

Nicht, dass ihr mich für sehr beschränkt haltet, war ich doch so clever einen Reserveschlüssel meinem Bruder zu geben! Bin ich froh, dass ich nicht Einzelkind bin!!

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Der wird sich so seinen Teil zu mir weiter denken….

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Nach shuttle vert und einem shuttle bleu steh ich wieder mal in der Schlange vor dem Check-in-Schalter der Holzklasse.
Und auf dem Weg hab ich mich bald drei mal verlaufen. Was haben die bloß geraucht bei der Planung?

Woran merke ich, dass ich wieder in Europa bin? Abgesehen davon, dass eine Kakophonie aus Französisch, Englisch, Russisch und wenigen Einsätzen von Deutsch herrscht? Das WiFi fällt alle paar Sekunden aus und die Klimaanlage ist bloß akustisch vorhanden.

Uuhhrgh….. ROSINEN…. Versteckt unter Walnüssen. So kann ein Bree-Baguette zum Graus werden.
Der heutige Tag muss wohl mein Kharma sein, für das in den Tempel einbrechen, unerlaubte Fotos von Nordkorea schießen und… Und… Ach irgendwas werde ich schon gemacht haben MÜSSEN um die Camouflage- Rosinen verdient zu haben.

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(photos by visual statements and Google ;-))

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