Beflügelt

🌘Schlaflos in Seoul

Um das Klima zu schonen, entschied ich mich für gekipptes Fenster statt AC. um 23:00 schlafen zu gehen, ist ja jetzt nicht so ungewöhnlich früh, v. a nicht für das arbeitende Volk. Weit geirrt in Seoul. Hier geht die Partymukke bis nach Mitternacht, ich bin Zeuge von wilden Diskussionen und weiterhin sehr flotten Getrappel auf der Straße. Es ist Montag, müssen die nicht schlafen und haben sie kein Verständnis für mein Klima – Dilemma?
So lieg ich nun wach und lasse den gestrigen Tag Revue passieren.
Laut meinem Reiseführer (Rough Guide, einfach zum gernhaben-aber nicht immer) wäre es ein leichtes eine prepaid SIM Karte zu besorgen. Es muss klar am männlichem Charme des Autors gelegen haben, dass er das für einfach empfunden hat. Denn ich wurde mit Achselzucken quittiert, bevor ich überhaupt noch fertig geredet hab. Selbst bei einem Premium Seller eines Anbieters wollte man mir weißmachen, hier würde sowas nicht verkauft. Schließlich und endlich, geriet ich an eine Verkäuferin, die richtig gut Englisch konnte und mir endlich so ein verflixtes Ding über die Theke reichte!
Schön naiv war ich, als ich mit zufriedenem Lächeln den Laden verließ und die Mission für erfolgreich abgeschlossen hielt.
Das, was das Ding nicht kann, ist telefonieren! Ich muss umständlich einen Code vorwählen, bevor ich meine Mama anrufen kann. Anrufe entgegen nehmen kann ich derzeit nicht, auch nicht SMS schreiben. Aber von Anfang an konnte ich wunderbar facebooken und What’s appen. Manchmal versteh ich die Welt nicht…

2.Diyani Aktion
Nachdem mir eine App die Angst vor den Spaghettiteller-artigen Plan des Ubahnnetzes Seouls die Angst genommen hat, wagte ich mich auf die erste Reise damit. Himmel sei Dank, stehen die Koreaner so auf Technik, so dass stets ein verlässlicher Display mir, zwar etwas knapp ( etwa 2 Sekunden vor dem Aussteigen), anzeigte, wo ich gerade war.
Gebaut wie die Bahnen auch in London, hatte ich einen guten Blick auf alle Passagiere. Und jeder, der mich kennt, weiß ja, was ich gerne tue? Leute schauen. In Seoul recht langweilig, weil die glotzen alle in ihre Riesensmartphones. Die Gesichter sind dabei manchmal so unnatürlich blau beleuchtet, dass ich es dann auch noch mit der Angst zu tun kriege.
Meine erste Fahrt ist dermaßen smooth verlaufen, dass ich mich gern mit einer Level accomplished Medaille (gibt’s das denn?) dekoriert hätte!
Ich hänge ein weiteres erlegtes Ubahnnetz an meine Wand.
Die Euphorie hielt leider nicht lange, trotz atemberaubenden Spaziergang durch den Palastplatz von Gyeonbokgung

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Denn auf dem Weg zurück, nahm das Gerät plötzlich meine Karte nicht an. Was tun? Erst mal checken, wieviel Geld noch drauf ist und noch was draufpacken. Half auch nicht. Gerät zeigt an, “you are tapped in”. NO clearly not! Ich denk mir, na dann, halt ich das an einem Ausgang ran, half noch weniger.
So, ab zum nächsten Beamten. Zwar alle sehr gründlich und freundlich, aber wir verstanden uns nicht. Sie ließ mich mit ihrer Karte rein und gestikulierte “all fine”. Nix all fine, beim verlassen der UBahn Station steckte ich abermals fest!
Ein ewiges hin und her und 3000W später, war ich mir meines Fehlers bewusst. Ich hatte mich von der roten Anzeige irritieren lassen beim eintappen und hab nochmal getappt und damit den ganzen Tapwahnsinn ins Rollen gebracht. Strafe: 2000W, die einfach durchs gefangen sein, verpufft sind.

Ich weiß noch nicht, wie die Koreaner sind, noch hatte ich wenige Berührungspunkte, aber auf alle Fälle sehr figurbewusst und schönheitsvernarrt. Die jungen Koreaner sind gut anzuschauen, gestylt, dass sie wohl für jedes Hochglanzmagazin herhalten könnten.
Aber eins habe ich mit Schrecken festgestellt, was mich FAST dazu bewog zum Maci anstatt noch mal den Weg der Erniedrigung zu gehen.
Denn hier gibt es in den Restaurants eine 2er-Regel. 💑 oder 👭
Das gibt es bei uns zu Hause wohl auch, aber halt auf ein zwei Gerichte. Doch nicht auf die gesamte Karte, ich würde doch so gern mal diesen Grill probieren!!
Ich kam nach der Stoßzeit zu einem Restaurant mit wunderschönem Garten, der Kellner ließ mich höflich herein und bevor irgendwelche Missverständnisse aufkommen konnten, reckte ich gleich meinen Zeigefinger in sein Gesicht, only one. Er streckte mir daraufhin seinen fragend zurück und ich nickte. Das geklärt, brachte er mir die Karte und zeigte mir die Grill-Optionen, ich hatte mich schnell für Beef entschieden. (Notiz: ich war noch nicht am Tisch), da wackelte er mit dem Kopf und meinte, “no, two”, ich zeigte auf was anderes, “no, no”.  Ich schaute ihn fragend an sagte “all only for two?”.  “yes”.
thank you und raus war ich.
Soll ich mir jetzt wen auf der Straße anlachen zum Essen gehen?? Das wird nie was…
Also ging ich zu einem Lokal, in dem man mich schon kannte und bestellte Hot Pot Bibimbap!

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Von dem beinahe gänzlich ausgeleertem Kakao im Bett erzähle ich lieber nicht.

Gute Nacht!

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